Mars, Liane — Seelentraum. Das schlafende Wolkenvolk [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 29.02.2020 | Verlag: Drachenmond | Genre: Fantasy | Seiten: 320 (Printausgabe) | Format: eBook | Preis: 4,99 € |

Inhalt

„Ich wollte leben! Ich musste noch rausfinden, woher Enron kam. Ich wollte mehr über das Wolkenvolk wissen. Wollte Rätsel ergründen, die mich schon seit meiner Kindheit faszinierten. […] Kurz: Ich war viel zu neugierig, um jetzt zu sterben.“

Liane Mars

Aya Teufelsbraut macht ihrem Namen alle Ehre. Ständig widersetzt sie sich den strengen Vorschriften ihrer Gilde und gerät so in die riskantesten Situationen. Denn Regeln gibt es nicht ohne Grund. Nach dem mysteriösen Aussterben des Himmelsvolks vor 17 Jahren haben die Menschen den Himmel zum Hüten der wertvollen Wolkenschafe erobert.  Dieser Job ist auch für ausgebildete und erfahrene Menschen ein gefährliches Unterfangen.
Als sich Aya den Verboten zum Trotz in die Nähe einer der verlassenen Himmelstädte begibt, setzt sie eine Kette unvorhersehbarer Ereignisse in Gang, durch die einer der totgeglaubten Himmelskrieger erweckt und die Erde einer großen Bedrohung ausgesetzt wird. Um die Erdenbewohner zu retten, muss sie sich mit der Vergangenheit des fremden Volkes auseinandersetzen und alles, was sie bisher geglaubt hat, in Frage stellen.

Meine Meinung

Schafe hirten hoch oben in den Wolken? Die Idee fand ich so ausgefallen, dass ich neugierig wurde. Schon mit den ersten Seiten wird klar, dass sich der Job einer Wolkenschafhirtin grundlegend von der friedlichen Arbeit eines normalen Hirten unterscheidet. Die Wolkenwelt ist eben nicht nur wunderschön, sondern auch für an seine Gegebenheiten angepasste Erdenbewohner lebensbedrohlich. Liane Mars schafft es, den Leser mit ihrem leichten und humorvollen Schreibstiel ab der ersten Seite zu fesseln, weil sie ihn direkt in eine abenteuerliche Situation hineinwirft.

Dadurch, dass das Buch in der Ich-Perspektive verfasst wurde, bekommt man einen tiefen Einblick in die sich überschlagenden Gedanken, hin- und hergerissenen Gefühle und Beweggründe der Protagonistin Aya. Sie ist mir schnell sympathisch geworden, weil sie einerseits liebevoll, verantwortungsbewusst und stark, andererseits neugierig, tollpatschig und waghalsig ist. An ihre Wolkenhirten-Slang musste ich mich erstmal gewöhnen, aber Ihre schlagfertigen Auseinandersetzungen mit dem Wolkenmann Enron, haben mir so manches Lächeln ins Gesicht gezaubert. Auch ihre treuen Begleiter, Ayas Hirtenhund Fluse und die Schafe sind mir richtig ans Herz gewachsen. Mir hat gefallen, dass das gemeinsame Abenteuer und nicht die Beziehung zwischen Aya und Enron im Vordergrund steht. Enron bleibt lange undurchsichtig, weil Aya seinen Charakter erst nach und nach kennenlernt. Ebenso langsam und authentisch entwickeln sich auch die Gefühle zwischen den beiden.

Besonders gefallen hat mir, wie spannend und actionreich Ayas Reise ist. Zum Teil haben mir dadurch aber ruhigere Momente gefehlt, in denen Aya die fantastische Himmelswelt wahrnimmt. Ich hätte mir eine detailliertere Beschreibung der Himmelstädte und der Kultur des Himmelsvolks gewünscht. Obwohl am Anfang vieles, das Aya nach und nach herausfindet, für aufmerksame Leser vorhersehbar ist, wurde ich von den Offenbarungen am Ende des Buches überrascht. Auf einmal hat es Klick gemacht und alles hat zusammengepasst. So etwas liebe ich ja!

Alles in allem ist das Buch eine nervenaufreibende und fesselnde Abenteuergeschichte, die ich jedem ans Herz legen möchte, der seinem Alltag in eine Welt zum Träumen entfliehen will.

5/5

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