Bernard, C. E. – Das Flüstern des Zwielichts [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 19.07.2021 | Verlag: Penhaligon | Genre: Fantasy | Seiten: 416 | Einband: Paperback | Preis: 15,00 € | Weitere Bände der Wayfarer Saga: Das Lied der Nacht, Der Klang des Feuers |

Inhalt

„Eine Karte zeigt die Welt nicht so, wie sie in Wahrheit ist. Sie zeigt sie lediglich so, wie wir sie für uns entdeckt haben. Und die alten Lieder sind immer wahr, jedes auf seine eigene Art.“

C. E. Bernard

Während der Wanderer Weyd und seine Gefährten zu den sagenumwobenen Türmen des Lichts aufbrechen, gelangt Lurin der eiserne Baron und seine Armee plündernd und mordend an die Tore der Blauen Stadt Briva. Doch mit der sich verbreitenden Furcht zieht eine weitaus größere Bedrohung durch Erebu – ein fahler Reiter, der das Lied vom Tod auf den Lippen trägt.

Meine Meinung

Auch im zweiten Teil ihrer Wayfarer-Saga ist es C.E. Bernard wieder gelungen, mich bereits nach wenigen Seiten mit ihrem einzigartigen und atmosphärischem Schreibstil gefangen zu nehmen. Als wandle man durch das Zwielicht, ist es für den Leser und auch für die Protagonisten schwer, die Umrisse des weiteren Weges zu erkennen. Die Furcht vor dem Unbekannten und der Einsamkeit wird auf vielschichtige Weise thematisiert und sprachlich transportiert. Gerade diese tiefen und nachvollziehbaren Einblicke in das Innenleben der Charaktere und die neuen finsteren und mystischen Schauplätze schaffen beklemmende Gefühle. So lässt das Buch häufig den Puls hochschnellen, auch wenn diesmal weniger explizit Gewalt geschildert wird. Der Nervenkitzel liegt vielmehr in der Ungewissheit darüber, was passieren könnte. 

Genau wie im ersten Band konnte mich vor allem der Zusammenhalt grundverschiedener Menschen und Tiere begeistern, der auf ihren gemeinsamen Werten und der bedingungslosen Liebe zueinander beruht. Gerade Caer, die mit ihrer Stimme, das verloren zu haben glaubt, was sie ausmacht, und Weyd, der weiterhin hin und her gerissen ist, zwischen der Angst vor dem Alleinsein und den Schuldgefühlen, seine Freunde mitzunehmen, wachsen über sich hinaus. Besonders gefreut habe ich mich aber darüber, den unsterblichen Heiler Ealdre besser kennen zu lernen, der mit seiner schwermütigen Art viele spannende Fragen aufwirft. Die anderen Mitglieder der Schar bleiben demgegenüber zu blass, sind aber nach wie vor eine große Bereicherung zur Geschichte. Auch die Blickwechsel zu den Charakteren in der Blauen Stadt Briva und der Eisernen Armee haben mir gut gefallen, weil sie interessante neue Perspektiven eröffnen.

Obwohl die Handlung nicht so rasant voranschreitet, wie ich es erwartet hätte, kommt es immer wieder zu ereignisreichen oder mehrdeutigen Begegnungen, die meine Neugierde konstant halten konnten. Mich hat nur etwas enttäuscht, das entscheidende Offenbarungen und Twists gegen Ende vorhersehbar waren. Nichtsdestotrotz ist auch „Das Flüstern des Zwielichts“ wieder eine einzigartige Reise, die mich mit atmosphärischer Sprache und bedeutsamen Themen nachdenklich und tief berührt zurückgelassen hat.  

4/5

Ein Gedanke zu “Bernard, C. E. – Das Flüstern des Zwielichts [Rezension]

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