May, Isabell – Shadow Tales. Die dunkle Seite der Sonne [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 27.11.2020 | Verlag: One | Genre: Fantasy | Seiten: 400  | Einband: Hardcover | Preis: 17,00 € | Folgeband zu: Shadow Tales. Das Licht der fünf Monde |

Inhalt

Dieses Kribbeln in meiner Haut, diese Sehnsucht hörte auch jetzt nicht auf. Wenn ich die Augen schloss, flüsterte mir mein Herz zu, dass ich nicht anhalten und nicht aufgaben durfte. Ich musste vorangehen, immer weiter vorwärts, um ein Schicksal zu erfüllen, das noch tief im Nebel verborgen lag.

Isabell May

Obwohl Lelani mit der Befreiung ihrer Mutter, der rechtmäßigen High Lady, bereits das Unmögliche gelungen ist, ist die Gefahr noch lange nicht gebannt. Ihre einzige Hoffnung, High Lady Serpia für ihre Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, befindet sich jenseits des Skallardmeeres im fernen Kuraigan. Zusammen mit Haze und Kyran muss sie sich erneut auf eine Suche nach Antworten begeben, die ausgerechnet zu dem Mann führt, der bei Serpias Rache an ihren Eltern eine entscheidende Rolle gespielt hat.

Meine Meinung

Auch wenn es schon länger her ist, dass ich Band 1 gelesen habe, ist es mir Dank Isabell Mays leichtem und bildhaften Schreibstil schnell gelungen, wieder in Lelanis Abenteuer einzutauchen. Dazu hat auch beigetragen, dass die Handlung direkt an den ersten Teil anknüpft und dem Leser noch einmal die wichtigsten Ereignisse vor Augen führt. Nachdem mich das offene Ende vom ersten Band etwas ernüchtert mit vielen Fragen, die sich schon zu Anfang gestellt haben, zurückgelassen hat, war ich froh, dass der Folgeband schon früh interessante Antworten liefert. Mit den zusätzlichen Informationen über die Vergangenheit von Lelanis Mutter, ihrem Konflikt mit ihrer Schwester und den verschiedenen Magieformen kann der Folgeband noch mehr überzeugen als der Erste. Mir hat gut gefallen, dass Lelani sich auch in diesem Teil wieder auf eine Reise in Ungewisse begeben muss, neue, faszinierende Orte erkundet, und Elemente eines bekannten Märchens auf vollkommen unerwartet Art zum Hindernis wird. Ganz rund wirkt die Geschichte für mich aber leider nicht. Viele Entscheidungen und Pläne wirkten zu kurzsichtig auf mich, verheerende Ausgänge waren zu oft vorhersehbar. Wenn man sich aber bewusst ist, dass es nicht die komplexeste Fantasywelt ist und einen eine einfache Handlung erwartet, ist die Dilogie aber eine gute Unterhaltung für Zwischendurch.

Lelanis Entwicklung gegenüber dem ersten Teil hat mich sehr gefreut. Sie zweigt zwar zum Teil immer noch naive Seiten, hinterfragt aber viel mehr und reflektiert sich selbst. Leider nimmt aber die Dreiecksgeschichte wieder einen großen Teil der Handlung ein. Lelanis Gefühlschaos überwältigt sie teilweise in den unpassendsten Momenten, was mich sehr gestört hat. Ich hätte mir für sie gewünscht, dass ihr bewusstwird, was sie will, bevor ihr die Entscheidung abgenommen wird.

Die entscheidende Wendung am Ende konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Ich hätte diese Entwicklung spannend gefunden, wenn man zuvor einen tieferen Einblick in widersprüchliche Gefühle, Zweifel, Träume und Ängste betreffender Person bekommen hätte. Auf diese Weise wirkt sein bisheriges Verhalten angesichts der Offenbarung unnachvollziehbar und ein wenig einfältig. Nichtsdestotrotz hat das Abenteuer alles in allem einen actiongeladenen, spannenden und zufriedenstellenden Abschluss bekommen.

3/5

Ein Gedanke zu “May, Isabell – Shadow Tales. Die dunkle Seite der Sonne [Rezension]

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