Cardea, Laura – Splitter aus Silber und Eis [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 01.10.2020 | Verlag: Carlsen | Genre: Romantasy | Seiten: 400| Einband: Paperback | Preis: 14,00€ |

Inhalt

„Eines Tages werde ich ein Wildschwein finden und darauf flüchten. Vielleicht habe ich Glück und es trampelt über Eure königlich-durchlauchten Füße.“

„Das wäre der Höhepunkt Eurer barbarischen Menschlichkeit.“

Laura Cardea

Das friedliche Leben im Reich des ewigen Frühlings hat einen großen Preis. Damit Aurum und seine Bewohner vom grausamen Winterprinzen verschont bleiben, muss jedes Jahr das schönste zwanzigjährige Mädchen als Sakral ins Winterreich geschickt werden. Ein Opfer, von dem selbst die einzige Tochter des Königs, Prinzessin Veris, nicht ausgenommen wird. Ohne Möglichkeit in ihre Heimat zurückzukehren scheint ihre Zukunft ausweglos, aber schon bald zeigt sich, dass das Leben im Winterpalast mehr Freiheiten bietet als sie je kannte. Doch will sie dafür einem Mann mit einem Herz aus Eis vertrauen?

Meine Meinung

Laura Cardea entführt ihre Leser in ein zauberhaftes Winterabenteuer, das mit vielen unvorhersehbaren Wendungen überzeugt, mich allerdings zu spät packen konnte. Trotz anschaulicher Beschreibungen und der Möglichkeit über die Ich-Perspektive, Veris Gedanken und Gefühle mitzuverfolgen, hatte ich anfangs Schwierigkeiten, mich in die Geschichte einzufinden. Ich konnte Veris Entscheidungen häufig nicht nachzuvollziehen und habe viele ihrer Handlungen als zu kurzsichtig oder unlogisch empfunden. Obwohl sie auf ihr Schicksal als Sakral vorbeireitet wurde, scheint sie keine klare Strategie zu verfolgen – Ist mal arrogant, um dem Prinzen vor den Kopf zu stoßen, und mal süß, um ihn für sich zu gewinnen. Dieses anstrengende Verhalten wird zwar zum Glück nach etwa der Hälfte mit einer überraschenden Offenbarung erklärt, mich könnte die Freude über den gelungenen Plot Twist aber nicht ganz über den zähen Start hinwegtrösten. Ihre charakterliche Entwicklung und Stärke, die sie insbesondere gegen Ende zeigt, haben mir aber insgesamt gut gefallen.

Zu Prinz Nevan hatte ich von Anfang an einen besseren Draht. Nicht nur, weil ich oftmals seinen Drang geteilt habe, über Veris die Augen zu verdrehen, sondern vor allem auf Grund seiner kalten, unvorhersehbaren Art, die immer wieder neue Fragen aufwirft. Die schlagfertigen Wortwechsel zwischen dem unverschämten Winterprinzen und der dickköpfigen Frühlingsprinzessin waren mein absolutes Highlight und haben mich immer wieder zum Lachen gebracht. Ihre Annäherung vollzieht sich langsam und authentisch. Auch die Nebencharaktere Rowan, Elyria und insbesondere Sif sind mir sympathisch geworden, auch wenn sie insgesamt zu blass bleiben.

Die Handlung nimmt zum Ende hin immer mehr an Fahrt auf, wird facetten- und abwechslungsreicher. Auf einer Reise durchs Winterreich lernt man viele originelle Orte und Wesen kennen, (von denen ich gerne noch mehr mitbekommen hätte), kann bei spannenden Prüfungen mit rätseln und löst zusammen mit Veris Geheimnisse der Fae. Insgesamt ist „Splitter“ eine schöne Reise für Zwischendurch, die ich gerade zur Winterzeit weiterempfehlen werde! Ganz überzeugen konnte sie mich aber nicht.

3/5

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