Thyndal, Amy Erin – Sternenfeuer. Kaiserin der Drachen [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 08.10.2020 | Verlag: Carlsen Impress | Genre: Romantasy | Seiten: 320 (Printausgabe) | Format: eBook | Preis: 3,99 € |

Inhalt

Als mächtigste Sternentochter ihrer Generation, zukünftige Kaiserin und Verlobte des liebenswerten Prinzen Long, steht Xin eine Zukunft bevor, für die sie sich nur Dankbar schätzen kann. Doch als es schließlich Zeit wird, dass sie zur neuen Sonne Midlands wird, ändern sich die Mondphase nicht mehr und ihr Stern, ihr Freund und die Quelle ihrer Magie, verwindet vom Himmel. Aus purer Verzweiflung begibt Xin sich auf die Suche nach Antworten zum sagenumwobenen Orakel. Doch zunächst führt sie ihr Weg mit einem Mann zusammen, der ihr unglaublich vertraut vorkommt. Ein Gefühl, das ihr nicht mehr aus dem Kopf geht, sie aber keinesfalls von ihrem eigentlichen Ziel abbringen darf.

Meine Meinung

Amy Erin Thyndal hat für „Sternenfeuer“ eine chinesische Legende über zwei Liebende aufgegriffen und daraus eine zauberhafte Geschichte über das Spannungsverhältnis zwischen dem Gefühl wahrer Liebe und dem großer Verantwortung geschaffen. Die Welt von „Sternenfeuer“, in welcher die Kaiserin Midlands nach dem Verwinden der Sonne ihre Rolle als Grundlage jeden Lebens übernehmen muss, ist mal etwas anderes und hat mich sofort neugierig auf den Ursprung der Sternentöchter gemacht.  

Im Vordergrund der Handlung steht das Innenleben der Protagonistin und ihrer besten Freundin und Sternenschwester Hua, zwischen denen die Ich-Erzählperspektive wechselt. Es ist mir daher sehr leichtgefallen, mit den beiden mitzufühlen. Dadurch dass der Fokus allerdings hauptsächlich auf den Gefühlen der Charaktere liegt, sind Informationen über das chinesisch angehauchten Midland und das Nachbarland Atlas nur leider etwas untergegangen. Ich hätte mir gerade weil Xin sich zum ersten Mal auf eine Reise durch das Land begibt, das sie einmal regieren soll, anschaulichere Beschreibungen gewünscht.

Xin ist mir als Protagonistin schnell sympathisch geworden, weil sie auf ihrer Reise einer wundervolle Entwicklung hinlegt und sich dabei stetig selbst reflektiert. Durch Taron erkennt sie erst, dass sie vor lauter Pflichten als Sternentochter nie über ihre eigenen Wünsche nachgedacht hat, bleibt sich aber trotz ihrer aufkommenden Zweifel bis zum Ende ihrer starken Prinzipien treu. Die mädchenhafte Grundlage von Xins Geschichte wird besonders in der starken Anziehungskraft, die Taron auf sie ausübt, und ihrem Gefühl, ihn wiederzuerkennen, deutlich. Solche Beziehungen und vor allem ein Knistern auf den ersten Blick sind nicht jedermanns Ding, aber Xins Widerstand gegen ihre unerklärlich starken Gefühle und vor allem die wunderschöne Offenbarung am Ende haben sie für mich glaubhaft gemacht. Dass ich schon schnell wusste, was es mit Taron auf sich hat, hat mich überhaupt nicht gestört, weil ich immer noch gespannt auf das Wie und Warum war. Die die tragisch, schöne Offenbarung am Ende war überraschend und emotional. Ich fand es auch passend, dass für die ungerechte Situation nur eine bittersüße Lösung gefunden wurde.  

Am Anfang ist es mir dennoch etwas leichter gefallen, mich in Huas Gefühle in Bezug auf Long hineinzuversetzen. Ich konnte richtig mitfühlen, wie sie darunter leidet, dass sich ihr großer, verbotener Wunsch unter den schrecklichsten Umständen erfüllt. Long macht es ihr mit seiner verschlossenen Art aber auch nicht gerade einfach. Die verworrene Situation mit Xin hat das Ganze für mich noch spannender gemacht, aber die Klärung des Ganzen zwischen den drei Freunden ging mir am Ende zu schnell. Etwas schade fand ich auch, dass die dritte Sternentochter, deren Verantwortung als Bündnisschmiedin ebenfalls nur schwer mit ihrem Wunsch nach Liebe vereinbar scheint, so schnell mit Tuca glücklich wird, dass die beiden untergehen und zur Geschichte damit leider nicht viel beisteuern.

„Sternenfeuer“ war für mich Dank des leichten und flüssigen Schreibstils alles in allem dennoch ein magisches und romantisches Abenteuer für Zwischendurch, das ich gar nicht aus der Hand legen konnte und mir sehr viel Freude bereitet hat. Ich werde definitiv noch mehr von Amy Lesen!

4/5

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