Lang, Cosima – Fallen One. Das Zeichen der Engel [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 24.09.2020 | Verlag: Carlsen Impress | Genre: Romantasy | Seiten: 340 (Printausgabe) | Format: eBook | Preis: 3,99 € |

Inhalt

„Urlaub in der Hölle, wer würde das schon machen?“

Cosima Lang

Auch nach Jahrhunderten auf der Erde kann Amicia ihre Verbannung aus dem Himmel nicht akzeptieren, geschweige denn sich ein neues Leben als gefallener Engel aufbauen. Als sie schließlich die einmalige Chance bekommt, in ihre Heimat zurückzukehren, muss sie nicht lange zögern, auch wenn sie Lucifer, den ersten gefallenen Engel, höchstpersönlich bestehlen muss und ihr Weg direkt in die Hölle führt.

Meine Meinung

Amicias Geschichte führt ihre Leser mit vielen unterwarteten Wendungen und einer großen Prise Humor in die faszinierenden europäischen Metropolen Berlin, Paris und Rom, hinunter in die Hölle und hinauf in den Himmel. Eigentlich lese ich lieber High Fantasy als Urban Fantasy, aber auf Amicias Großstädtetrip habe ich mich sofort wohl gefühlt und konnte mir die wunderschönen Schauplätze Dank ausführlicher und bildhafter Beschreibungen genau vorstellen. Die abwechslungsreiche Reise hat mir damit ein wenig Kurzurlaubsfeeling für Zuhause beschert und das war im Moment einfach genau das Richtige für mich. Die Ausflüge in die Hölle und den Himmel haben das Abenteuer dann schließlich abgerundet und zusätzlich noch eine beeindruckende, fantastische Atmosphäre geschaffen. Bekannte Vorstellungen von Himmel, Hölle und ihren Bewohnern werden interessant und neuartig aufgegriffen oder miteinander verbunden – also ein wenig das Prinzip aus der Serie Lucifer, aber doch wieder etwas komplett anderes!

Cosima Langs flüssiger und unverblümter Schreibstil hat mich eigentlich sofort gefangen genommen und immer wieder zum Lachen gebracht. Am Anfang hatte ich nur ein paar Schwierigkeiten mit Amicia, die mit ihrer Einstellung zum Leben zunächst definitiv keine typisch sympathische Protagonistin ist. Nach 650 Jahren auf der Erde hat sie es schließlich aufgegeben, Beziehungen zu Sterblichen aufzubauen, und klammert sich in völliger Einsamkeit nur noch an ihre Erinnerungen an den Himmel und ihren Hass über die Ungerechtigkeit ihres Falls. Sie wurde für mich erst Stück für Stück greifbar, als sie anfängt, sich langsam anderen Charakteren anzunähern. Da die Handlung von einem personalen Erzähler aus ihrer Perspektive erzählt wird, konnte ich ihre Entwicklung aber stets gut verfolgen und ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Mir hat gefallen, wie sie langsam beginnt, sich selbst zu reflektieren und daran zu zweifeln, dass sich die Welt klar in Schwarz und Weiß einteilen lässt. Sie macht auf ihrem Weg zwar viele Fehler und sorgt für Momente zum Aufregen, aber genau das macht ihre Entwicklung erst glaubhaft.

Die Beziehung zu Lucifer steht nicht allein im Fokus der Handlung, sorgt aber für viele leidenschaftliche oder lustige Momente. Am Anfang war seine aufdringliche Art nicht grade mein Ding (im Übrigen auch nicht Amicias), aber es ist schön mitzuverfolgen, wie er sie langsam erkennen lässt, was er hinter seinen Machtdemonstrationen verbirgt. Daneben haben mir auch die Nebencharaktere Lilith und ihr Assistent Jakob gut gefallen, die immer wieder für unterhaltsame Auflockerungen sorgen.

4/5

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