Lim, Elizabeth – Spin the Dawn (The Blood of Stars I) [Rezension]

Buchdetails

Ersterscheinung: 9. Juli 2019 | Verlag: Knopf | Genre: Fantasy | Seiten: 416 | Einband: Hardcover | Preis: 26,99 € | Folgeband: Unravel the Dusk |

Inhalt

„If I go back, I leave behind who I am. […] But I would give up the sun and the moon and stars if it meant saving him. Him – the boy with no name and yet a thousand names. The boy whose hands are strained with the blood of stars.“

Elizabeth Lim

Der Krieg ist vorbei und hat Maia nicht nur zwei ihrer drei Brüder, sondern auch ihren Glauben die Götter ihrer Heimat genommen. Ihr ist schmerzlich bewusst, dass das Wohl ihrer Familie jetzt nur noch von ihrem Talent als Schneiderin abhängt, da ihr Vater seines aus Trauer um ihre Mutter schon lange verloren hat. Doch sein Erbe anzutreten, bleibt ihr als Frau verwehrt.

Als ein Bote des Kaisers die Dienste ihres Vaters verlangt, nutzt Maia die einmalige Chance, die sich ihr bietet, und reist verkleidet als ihr Bruder Keton an den Sommerpalast. Dort wartet aber nicht die Position des Hofschneiders auf sie, sondern ein unfairer Wettkampf mit anderen Meistern ihrer Kunst. Maia gerät schnell ins Zentrum von Intrigen und der Aufmerksamkeit des Magiers Edan, weshalb sie sich schon bald mit größeren Problemen konfrontiert sieht, als dass ihre wahre Identität aufgedeckt werden könnte.  

Meine Meinung

Ein asiatisches Setting und ein Mädchen, das sich als Junge verkleidet, um anstelle ihres Vaters in den Dienst des Kaisers zu treten, erinnert erstmal stark an Mulan. Da hören die Parallelen aber schon auf! Es geht Maia nicht allein darum, die Ehre ihrer Familie zu retten, sondern vielmehr ihr eigenes Können als Schneiderin zu beweisen und sich damit selbst einen großen Traum zu erfüllen: „My whole life, I’d been told what I couldn’t do because I was a girl. Well, this was my chance to find out. The only thing I could do was take it.“ Das Abenteuer, auf das sie sich begibt, wird rückblickend aus der Ich-Perspektive Maias erzählt und ist insgesamt in drei Teile („The trial“, „The journey“, „The oath“) eingeteilt. Da jeder Teil für sich unvorhersehbar, atmosphärisch und mystisch gestaltet wurde, konnte mich das Buch durchgängig fesseln.

Der erste Teil erinnert stark an „Project Runway“. Maia muss ihre Position am Hof in einem Wettkampf erkämpfen und dabei kommt es natürlich zu Konflikten mit anderen Teilnehmern. Die Beschreibung ihrer Arbeit spielt daher auch eine große Rolle. Die Kontrahenten bleiben allerdings genau wie Lady Sarnai, die die Schneider mit ihren unerfüllbaren Aufgaben quält, um ihre Hochzeit mit dem Kaiser hinauszuzögern, sehr blass. Spannend wird es durch Maias unerwartetes, magisches Talent, durch das sie hin- und hergerissen zwischen der Not, es zu nutzen, und ihrem Wunsch, ihre eigenen Fähigkeiten zu beweisen, ist. Auch die Geheimnisse, um die bezaubernde Ausstrahlung des Kaisers, der sich niemand außer Lady Sarnai entziehen kann, und seinen undurchschaubarer Magier Edan, machen die Ausgangssituation interessant.

Richtig begeistern konnte mich aber erst der zweite Teil, in dem sich Maia und Edan auf eine zauberhafte Reise begeben müssen, um die letzte unmögliche Aufgabe Lady Sarnais zu erfüllen. In diesem Teil treten asiatische Mythen und fantastische Orte stärker in den Vordergrund. Ich fand es nur etwas störend, dass sich zumindest zwei der drei unmöglichen Prüfungen unter Edans Anleitung sehr schnell lösen lassen. Die zu erwartende Annäherung zwischen Edan und Maia vollzieht sich langsam und nachvollziehbar. Mir haben die beiden liebevollen Dickköpfe mit ihren unterhaltsamen Schlagabtauschen sehr gut gefallen.

Über den letzten Teil möchte ich nicht zu viel verraten, allerdings hatte ich in ihm etwas Probleme mit Maias Entscheidungen. Obwohl mir ihre Tendenz zu überstürzten Handlungen und Verbissenheit, ihre Probleme selbst zu lösen, sehr sympathisch sind, wurde es mir hier etwas zu viel. Sie kritisiert Edan dafür, sie vor vollendete Tatsachen zu stellen, macht am Ende aber selber genau das.

Da die drei unmöglich zu bestehenden Aufgaben wohl nur der Anfang von Maias Geschichte sind und von ihr einen hohen Preis abverlangt haben (kein Spoiler, denn das erfährt man bereits auf der ersten Seite), bin ich sehr gespannt auf die Fortsetzung. Das Konzept der Magie in „Spin the Dawn“ konnte mich wirklich überzeugen!

4/5

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