May, Juliet – Askeria. Stadt der Fragmente [Rezension]

Rezensionsexemplar

Buchdetails

Ersterscheinung: 03. Juli 2021 | Genre: Dark Fantasy | Seiten: 600 | Einband: Taschenbuch | Preis: 17,99 € | Weitere Bände der Reihe: Askeria. Die letzte Generation; Askeria. Hüter des Seelenfeuers |

Inhalt

„Der Drang, weiterzumachen, langsam einen Fuß vor den anderen zu setzen, lässt dich eine ganze Stadt aus den Ruinen der Vergangenheit bauen, wenn du es nur möchtest. Und so tanze auf blutigen Scherben, baue Schlösser aus zerbrochenen Träumen, mein Kind und trage ihn mit Stolz, deinen Kampfeswillen.“

Juliet May

Meine Meinung

Auch der dritte Band von Juliet Mays Askeria Reihe konnte mich wieder ab der ersten Seite fesseln. Nachdem „Hüter des Seelenfeuers“ mit einem bösen Cliffhanger geendet hat, weckt der Prolog zwar neue Hoffnung, aber auch Befürchtungen. Zurück am Ort, an dem alles begonnen hat, lassen sich Realität und Irrealität nicht klar voneinander unterscheiden. Ich konnte mich in die alptraumhafte Situation, in die Piara und Souta geraten sind, leicht hineinfühlen und war umso gespannter auf die Entwicklungen, die sie dorthin führen. 

Nach diesem gewaltigen Einstieg wird die Handlung allerdings bis etwa zur Hälfte erst einmal etwas ruhiger. Im Vordergrund stehen Soutas und Piaras Bewältigung ihrer Trauer und die Auswirkungen von Hatous Flucht aus dem Gefängnis auf die Gilde Askeria. Sehr beeindruckt hat mich dabei, wie zugänglich und authentisch die Gefühle, Probleme und Beziehungen der Charaktere dem Leser nahegebracht werden. Trotz der zunächst bedrückenden Stimmung hat sich das Lesen für mich angefühlt, wie ein langersehntes Wiedersehen mit Freunden. 

Nach und nach ergibt sich ein immer differenzierteres Bild der Charaktere und des Konflikts zwischen Menschen und Ceri. Gerade die neuen Charaktere werfen allerdings genauso viele neue Fragen auf wie beantwortet werden. Trotz der Komplexität der Geschichte ist es mir nie schwer gefallen der Handlung zu folgen. Askerias besonderen Reiz macht eben aus, dass die Reihe aufmerksames Lesen voraussetzt und zum Miträtseln einlädt. Es sind auch in diesem Band wie immer die kleinen Details, mit denen Juliet May ihre Leser zu wilden Spekulationen anregt. 

Das Highlight des Buches war für mich die „Stadt der Fragmente“, die ein regelrechtes Wechselbad der Gefühle liefert. Das atmosphärische Setting und die jeweilige Stimmung der Handlung überzeugt allein durch Juliet Mays emotional mitreißenden Schreibstil. In einigen Kapiteln werden sie aber auch noch durch dafür eigens komponierte Instrumentalstücke unterstützt, die sich über QR-Codes abrufen lassen. Die Idee, sich Erinnerungsfragmenten einer Person, der man nicht helfen konnte, mit Abstand erneut zu stellen, ist nicht nur faszinierend. Sie macht auch aufmerksam auf die kleinen Dinge im Umgang mit anderen, die aufgrund eigener Wünsche, Ängste oder Probleme viel zu schnell untergehen. 

Alles in allem bin ich von Band 3 und auch seinem Ende restlos begeistert. Ich kenne wenig Bücher, bei denen ich auf diese Weise mitfiebern kann und mir die Schicksale aller (!) Charaktere so nahe gehen. 

5/5

2 Gedanken zu “May, Juliet – Askeria. Stadt der Fragmente [Rezension]

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