Shen, L. J. – Vicious Love [Rezension]

Buchdetails

Ersterscheinung: 27.04.2018 | Verlag: LYX | Genre: Erotik | Seiten: 448| Einband: Paperback | Preis: 12,99€ | Weitere Bände der „Sinners of Saint“-Reihe: Twisted Love, Scandal Love, Broken Love, Rough Love | Spin-Off: All Saints High. Die Prinzessin, All Saints High. Der Rebell, All Saints High. Der Verlorene |

Inhalt

„Meine Großmutter sagte mir einmal, dass Liebe und Hass ein und dasselbe Gefühl seien, nur unter verschiedenen Vorzeichen erlebt. Bei beiden empfindet man Leidenschaft. Und Schmerz. Diese merkwürdige Empfindung, die sich wie Champagnerbläschen in der Brust anfühlt? Dito! Ich glaubte ihr nicht – bis ich Baron Spencer traf und er zu meinem Albtraum wurde.“

L. J. Shen

Emilia LeBlanc kann es nicht fassen als ihr gerade der Mann, der nicht nur ihr letztes Highschooljahr zur Hölle gemacht, sondern sie auch noch aus ihrer Heimat vertrieben hat, anbietet für ihn zu arbeiten. Von dem Moment an als sie Baron „Vicious“ Spencer zum ersten Mal begegnet ist, wusste sie, dass er ihr das Herz brechen würde, wenn sie sie ihm Gelegenheit dazu gibt. Trotz oder gerade wegen der unleugbaren Anziehung, die er auf sie ausübt, kann sie sich nichts Schlimmeres vorstellen, als ihn nach zehn Jahren wieder in ihr Leben zu lassen. Doch ihre prekäre finanzielle Situation und die teuren Medikamente ihrer kranken Schwester erlauben es ihr nicht, sein Angebot auszuschlagen, hinter dem natürlich etwas anderes steckt als eine Widergutmachung für das, was er ihr angetan hat.

Meine Meinung

„Vicious Love“ ist der Auftakt von L. J. Shens „Sinners of Saint“-Reihe. Der Einstieg in das Buch ist mir leichtgefallen, weil ich sofort von ihrem unverblümtem und direkten Schreibstil mitgerissen wurde. Die Geschichte wird abwechselnd aus Vicious und Emilias Perspektive erzählt, wodurch man einen guten Einblick in ihre Gedanken und Charakterzüge bekommt. Einzelne Kapitel führen in das letzte Schuljahr der beiden zurück, wodurch man als Leser nach und nach ihre schwierige Beziehung und Hin- und Hergerissenheit erfassen kann. Wohingegen Emilia mir schnell sympathisch geworden ist, hat mir Vicious viele Nerven gekostet. Irgendwie war es aber gerade das, was mich gefesselt hat. Ich wollte herausfinden, ob es einen Grund dafür gibt, dass er sich wie das letzte Arschloch benimmt, oder ob es einfach seine Art ist.

Emilias Eltern arbeiten als Haushälterin und Hausmeister bei den Spencers, wodurch sie es auf einer Schule, auf die hauptsächlich Kinder reicher Eltern gehen, auch ohne Vicious Schikane schwer hatte. Trotz allem, was er ihr angetan hat, hat sie ihre mitfühlende Art bewahrt, die ich keinesfalls als Anzeichen von Schwäche sehen würde. Ich finde es zwar überzogen, wie extrem ihre Armut im Kontrast zu Vicious Reichtum gesetzt wird und habe es gehasst, wie sehr sie auf Vicious Hilfe angewiesen ist und ihm trotz seiner Unverschämtheit nicht wiederstehen kann, aber Emilias innerer Zwiespalt wird dem Leser deutlich. Sie ist temperamentvoll, selbstbestimmt und schlagfertig. Ich hätte mir nur zum Teil gewünscht, dass sie Vicious deutlicher zurechtweist. Vicious ist nicht der Klischée Bad-Boy mit einer harten Schale, unter der sich ein weicher Kern verbirgt. Er benimmt sich grenzwertig, definiert sich über seine Macht und sein Vermögen und genießt es auch noch als erwachsener, erfolgreicher Anwalt, sich überlegen zu fühlen, indem er andere Menschen nieder macht. Sein rücksichtsloses Verhalten hat mich immer wieder geschockt und ließ sich auch nicht gänzlich durch die Einblicke in seine schwierige Vergangenheit rechtfertigen. Ich habe bis zum Ende gehofft, dass er sich selbstreflektiert und merkt, wie armselig sein Leben in vielerlei Hinsicht ist. Auch wenn das nicht eingetroffen ist, muss ich eingestehen, dass ich nach und nach verstanden habe, was Emilia in ihm sieht. Überzeugen konnten mich vor allem ihre Dialoge. Die Spannung zwischen den beiden, ob aus Hass oder aus Leidenschaft, wird absolut spürbar. Es war schön mitzuverfolgen, wie Vicious sich Emilia langsam öffnet, aber dabei keine unauthentische Wandlung um 180 Grad durchmacht. Unglaubwürdig fand ich leider nur, wie schnell seine familiären Probleme am Ende aus der Welt geschafft werden.

Insgesamt ist „Vicious Love“ ein Buch, das dem Leser ein Wechselbad der Gefühle beschert. Gerade weil Vicious so ein selten verkorkster Charakter ist und Emilia ihm tapfer die Stirn bietet, hat mich ihre Beziehung aber absolut gefangen genommen. Ich werde mir wohl auch noch die Folgebände ansehen, obwohl mir Vicious Freunde, die in diesen wohl ihre Liebe finden werden, zu blass geblieben sind. Das, was man von ihnen mitbekommen hat, konnte mich nicht gerade begeistern. Sie wirken genau wie Vicious in vielerlei Hinsicht noch ebenso unreif und unverdient eingebildet wie mit 17 Jahren. Ich bin gespannt, ob ich doch noch mehr in ihnen entdecken kann!

3/5

4 Gedanken zu “Shen, L. J. – Vicious Love [Rezension]

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