Summer, Halo – Froschröschen. Das wahre Märchen [Rezension]

Buchdetails

Ersterscheinung: 31.01.2019 | Verlag: Drachenmond | Genre: Märchenadaption | Seiten: 320 | Einband: Taschenbuch | Preis: 14,90€ |

Inhalt

„Darum heißt es, dass Flüche nicht von ungefähr kommen. Es ist, als wären sie einem in die Seele geschrieben worden, lange bevor sie von jemandem ausgesprochen werden. Weil sie so eine Art Plan enthalten, den das Universum mit dir hat.“

Halo Summer

Prinzessin Rosalie wurde bereits am Tag ihrer Taufe von Morganthaine, der Königin der dunklen Feen, aus Rache an ihrem Großvater mit einem Fluch belegt. Seit Ende ihres zwölften Lebensjahres ist sie und alle, die sich bei ihr befinden, der Gefahr ausgesetzt, in einen hundertjährigen Schlaf zu fallen, wenn sie sich an einem spitzen Gegenstand sticht. Um den Fluch zu entgehen, wird sie von der Außenwelt und allen potenziellen Gefahren abgeschottet. Denn einmal gestochen, kann sie nur noch der unwahrscheinliche Kuss eines Prinzen, der sie wahrhaftig liebt, erlösen. Als sie eines Tages im Garten einen sprechenden Frosch entdeckt, kann sie ihr Glück nicht fassen. Endlich kommt Spannung in ihr eintöniges und langweiliges Leben. Doch die Freude hält nicht lange, denn der Forsch entpuppt sich ausgerechnet als Morganthaines unverschämten Bruder Pendrazaphier.

Meine Meinung

Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, weil mich das Märchen „Dornröschen“ als Kind sehr fasziniert hat. Das lag zum Teil aber auch daran, dass ich vieles nicht nachvollziehen konnte. Wer sich auch schon immer gefragt hat, wie die Prinzessin nach hundert Jahren von ihrer großen Liebe wach geküsst werden kann, die sie noch nie zuvor gesehen hat, kommt hier voll auf seine Kosten, denn diese Frage stellt sich die tapfere Protagonistin Rosalie auch. Sie ist nicht bereit, einfach zu resignieren und ihr Schicksal und das ihres Königreichs von einem Märchenprinzen abhängig zu machen, der sich auf den ersten Blick in sie verliebt. Um ihren Fluch zu brechen, wird sie selbst aktiv und lässt sich vom Feenprinzen auf einen Kampf vorbereiten. Auch Zaph hat ein Interesse daran, dass Rosalie ihren Fluch nicht verliert, denn um seiner tägliche Verwandlung zum Froschkönig und der Herrschaft seiner Schwester ein Ende zu setzten, braucht er sie wach. Die Kombination der beiden Märchen ist absolut gelungen und wurde wundervoll durch Fantasyelemente ergänzt.

Richtig begeistert hat mich der humorvolle und bildhafte Schreibstil von Halo Summer. Durch die Ich-Perspektive fühlt man sich mitten in der Situation und taucht regelrecht in Rosalies sich überschlagenden Gedanken über ihre Beobachtungen und Gefühle ein. Sie ist mir als Protagonistin schnell sympathisch geworden, weil mir ihre direkte Art gefallen hat. Sie weiß, was sie will, und nimmt selbst vor Zaph kein Blatt vor den Mund, der zunächst keine Gelegenheit auslässt, sie zur Weißglut zu treiben. Ihre witzigen Schlagabtausche, die sich durch das ganze Buch ziehen, waren mein absolutes Highlight! Auch die Entwicklung der Beziehung der beiden hat mich überzeugt und berührt.

Dass sich der Großteil der Handlung im Schloss abspielt, hat mich nicht gestört. Die Geschichte wird trotzdem nicht eintönig und bleibt durchgehend spannend. Ich hätte mir allerdings zum Ende hin gewünscht, einen Einblick davon zu bekommen, wie Zaph den Konflikt um den Feenthron mit seiner Schwester austrägt. Da ging es mir dann doch etwas zu schnell auf das Happy End zu.

Alles in allem ist es ein richtiges Gute-Laune-Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der Märchen mag, sich aber an den blassen Prinzessinnen und Prinzen und ihrer Liebe auf den ersten Blick rein aus optischen Gründen stört.

5/5

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