Mahurin, Shelby — Serpent & Dove [Rezension]

Buchdetails

Ersterscheinung: 3. September 2019 | Verlag: Harper Teen | Genre: Fantasy | Seiten: 519 | Einband: Taschenbuch | Preis: 8,99 € | Folgeband: Blood and Honey [September 2020] |

Inhalt

A witch and a witch hunter, thrust together in holy matrimony. There was only one way such a Story could end – a stake & a match.

Shelby Mahurin

Auf der Flucht vor ihrem Hexenzirkel bleibt Lou keine andere Wahl, als ihre wahre Identität aufzugeben und sich unter Menschen zu begeben. Im Bewusstsein, dass sie auf dem Scheiterhaufen oder in den tödlichen Fängen der weißen Hexe landet, wenn sie entdeckt wird, riskiert sie den Diebstahl eines magischen Rings, der seinen Träger unsichtbar machen kann. Dabei wird sie ausgerechnet vom Chasseur Reid entdeckt, dem begabtesten Hexenjäger des Erzbischofs. Ihr gelingt es zwar, ihre Magie vor ihm verborgen zu halten, aber eine Reihe unvorhersehbarer Ereignisse führt dazu, dass die beiden zur Heirat gezwungen werden. Ganz ungelegen kommt es Lou nicht, denn wo könnte sie sich besser verstecken als unter dem Schutz ihres Feindes? Lou weiß genau, dass sie sich auf einem schmalen Grad bewegt. Je mehr sie Reid an sich heranlässt, desto gefährlicher wird er für sie.

Meine Meinung

Trotz der grausamen Ausgangslage, der Fehde zwischen Hexen und Menschen, gelingt es Mahurin den Leser mit viel Witz in das frühneuzeitliche, französische Setting einzuführen. Schon früh wird klar, dass die Hexen in dieser Welt eine echte und allgegenwärtige Bedrohung sind. Aber auch die Kirche ist nicht unschuldig, denn sie reagiert mit ausnahmsloser Verfolgung. Daraus entsteht ein Teufelskreis aus Verbrennungen und Verhexungen, der auf beiden Seiten Zahlreichen einen schmerzhaften Tod beschert. Dass also keine Schwarz-Weiß-Malerei betrieben wird, ist ein großer Pluspunkt für mich.

Die Handlung wird sowohl aus der Perspektive von Lou als auch von Reid erzählt, sodass man die Überzeugungen und Motive beider Seiten besser kennenlernt und nachvollziehen kann. Lou ist eine echte Draufgängerin, was vielleicht auch daran liegt, dass sie sich eine lange Zeit mit Diebstählen durchschlagen musste. Mir hat an ihr besonders gefallen, dass sie eine selbstbewusste Frau ist und sich nicht um die Rollenerwartungen und gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit schert. Reid ist das komplette Gegenteil. Er hat sein Leben fanatisch dem Dienst der Kirche und ihrem Leitspruch „Thou shalt not suffer a with to life“ verschrieben. Um den hohen Erwartungen, die an ihn gerichtet werden, zu entsprechen, ist er sogar bereit, seine persönlichen Wünsche wie die Ehe mit einer frommen Frau zurückzustellen. Deshalb ist es auch nicht erstaunlich, dass er Probleme mit der eigensinnigen und vorlauten Lou hat.
Ihre Beziehung entwickelt sich langsam und authentisch. Anders als in vielen Büchern sind die Rollen mal verkehrt und Lou ist die Erfahrenere von beiden. Es ist schön zu sehen, wie Lou Reid Stück für Stück aus sich herauslockt und sich dabei auch selbst positiv verändert.
Auch die Nebencharaktere sind gut ausgearbeitet und besonders Lous Freundin Coco ist mir richtig ans Herz gewachsen.

Etwas schade fand ich, dass man erst sehr spät mehr über Lous Vergangenheit und den Konflikt der Menschen und Hexen erfährt. Auch die Magie spielt keine tragende Rolle und man lernt auch nur allmählich etwas über ihre Funktionsweise. Im letzten Drittel wird es dann aber nochmal richtig spannend und es kommt zu überraschenden Offenbarungen, die mich richtig umgehauen haben. Ich freue mich auf den zweiten Teil!

4/5

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