Maas, Sarah J. — Das Reich der sieben Höfe. Dornen und Rosen [Rezension]

Buchdetails

Ersterscheinung: 10. Februar 2017 | Verlag:  dtv | Genre: Fantasy | Seiten: 480 | Einband: Hardcover | Preis: 19,95€ | Folgebände: Flammen und Finsternis; Sterne und Schwerter; Frost und Mondlicht |

Inhalt

„Viele suchen mich ein Leben lang, voll Sehnsucht im Herzen, und viele, die ich küsse, zertrampeln mich mit herzlosen Scherzen.
Manchmal scheint es, als wäre ich der Klugen und Schönen liebstes Kind, aber ich beschenke alle, die tapfer und wagemutig sind.
Meine Taten sind sanft und süß, im Großen und Ganzen, doch einmal verschmäht – das rate ich dir! -, solltest du dich verschanzen.
Denn obschon meine Pfeile ihr Ziel nie verfehlen, töte ich langsam, wenn ich entscheide, dir das Leben zu stehlen.“

Sarah J. Maas

Nach dem Bankrott des Vaters übernimmt Fayre die Aufgabe, ihre verarmte Familie zu versorgen. Als sie beim Jagen im Wald einen großen Wolf erlegt, hofft sie inständig, dass es sich bei ihm nicht um einen der mächtigen und bedrohlichen Fae handelt. Doch bereits in der Nacht darauf bewahrheitet sich ihre Befürchtung und sie wird von einem magischen Wesen als Wiedergutmachung für das genommene Leben in das Land der Fae verschleppt. Anders als erwartet wird sie dort von ihrem Entführer Tamlin, High Lord des Frühlingshofes, nicht als Gefangene gehalten, sondern genießt als Gast alle Freiheiten. Schon bald merkt sie, dass Tamlin hinter dem Leben in Luxus ein düsteres Geheimnis vor ihr verbirgt, welches nicht nur zur Bedrohung für das Frühlingsreich, sondern auch für ihre Heimat werden kann.

Meine Meinung

Der Einstieg in das Buch ist mir leicht gefallen, da man sehr gut in das Geschehen eingeführt wird. Die fantastische Welt wird bildhaft beschrieben und ich wurde neugierig darauf, was sich Hinter der Mauer verbirgt, die das Land der Menschen vom Land der Faye trennt. Der Großteil des Buches spielt sich dann aber erstmal am Frühlingshof Tamlins ab und die Handlung nimmt nur wenig an Fahrt auf.

Die Liebesbeziehung zwischen Fayre und Tamlin hat mich leider einfach nicht gepackt. Ich konnte nicht ganz nachvollziehen wie und warum sich bei den beiden überhaupt tiefere Gefühle entwickeln. Sie begegnen sich nie auf Augenhöhe und führen auch nur selten tiefe Gespräche miteinander. Ich habe in vielen Rezensionen gelesen, dass Fayre eine besonders starke weibliche Protagonistin sei, die sich mutig ihrem Schicksal stellt und selbstlos und um jeden Preis für diejenigen kämpft, die sie liebt. Mir hat an ihr allerdings nicht gefallen, dass sie zu großen Teilen von Männern fremdbestimmt wird und mir viele ihrer Handlungen zu unreflektiert, unreif und naiv waren. Gerade weil das Buch an die Schöne und das Biest angelehnt ist, hätte ich mir weniger Oberflächlichkeit gewünscht. Wohingegen die Rettung des Biest von einer Frau abhängt, die ihn über sein hässliches Äußeres hinweg für seine inneren Werte aufrichtig lieben kann, ist Tamlin ein verwunschener Schönling mit animalischen Trieben, der es Fayre endlich ermöglicht, ihrem Mal-Hobby nachzugehen. Im Gegensatz zu Fayre, deren Charakter man im Laufe der Geschichte immer besser kennen lernt, wurde Tamlin für meinen Geschmack zu wenig beleuchtet.

Überrascht hat mich dann aber das letzte Drittel des Buches, wo mit der märchenhaften Atmosphäre am Frühlingshof abrupt gebrochen wird. Mit der teilweise sehr brutalen Handlung kommt eine richtig düstere Stimmung auf, die ich so nicht mehr erwartet hätte. Die Geschichte wird endlich facettenreicher und mit Rhysand rückt endlich ein interessanter, unberechenbarer Charakter in den Vordergrund. Da habe ich wieder Lust bekommen, auch noch in den nachfolgenden Band reinzuschauen.

3,5/5

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s